Friesenkunst: Band 1 - 13 - Die große Friesensaga
Kritik
Wer bei "Friesenkunst: Band 1 - 13 - Die große Friesensaga" von Stefan Wollschläger einen schnöden Krimi erwartet, wird angenehm überrascht. Schon die Eröffnungsszene mit der Leiche an der Meerbude zieht einen sofort in diese raue, norddeutsche Welt voller Geheimnisse und düsterer Atmosphären – perfekt für alle, die keine Scheu vor komplexen Verstrickungen haben.
Im Mittelpunkt steht Hauptkommissarin Diederike Dirks, eine Figur, die mit Ecken und Kanten ausgestattet ist und deren Ermittlungen spannend durch die Geschichte führen. Ihr Gegenpart, Iba Gerdes, bringt persönlichen Touch und frischen Wind in die Erzählung, was die Geschichte lebendig und nahbar macht. Das Zusammenspiel der Charaktere ist definitiv ein Pluspunkt, denn hier steckt mehr als nur der typische Polizei-Alltag drin. Der Schreibstil von Wollschläger ist klar, lebendig und schafft es, die norddeutsche Kulisse bestens einzufangen – hier kann man nicht anders, als das salzige Meer fast zu riechen.
Was mir besonders gefiel, war die mehrschichtige Handlung. Nicht alles ist auf den ersten Blick durchschaubar, und gerade das lockt ungemein, um immer weiter zu lesen. Allerdings zieht sich gegen Ende das Tempo stellenweise etwas hin, was die Spannung kurzzeitig flach werden lässt. Auch hätte ich mir an manchen Stellen ein bisschen mehr Hintergrund zu einzelnen Figuren gewünscht – doch das sind eher kleine Meckereien auf hohem Niveau.
Alles in allem ist „Friesenkunst“ keine seichte Lektüre, aber genau deshalb ein echtes Highlight für Fans von regionalen Krimis, die gerne tief eintauchen und miträtseln wollen. Wer auf Atmosphäre, glaubwürdige Charaktere und einen raffinierten Plot steht, macht mit diesem Band nichts falsch.
4 von 5 Sternen – eine spannende Reise an die Nordseeküste, die definitiv Lust auf mehr macht.