Ein Strandkorb macht noch keine Liebe - Strandkorbwunder, Band 1 (Ungekürzt)
Kritik
Kaum schaffte ich es, die ersten Seiten zu hören, war ich sofort mitten im Geschehen – die salzige Meeresluft, die Sonne auf der Haut und dazu das zarte Kribbeln eines Neuanfangs. Marit Bernson entführt uns mit „Ein Strandkorb macht noch keine Liebe“ an die Ostsee, wo Selma den Neustart wagt: Ein Strandcafé aufmachen, alte Sorgen hinter sich lassen und natürlich die große Liebe finden. Klingt nach dem perfekten Sommerflirt, oder?
Die Handlung dreht sich ganz um Selmas ambivalente Gefühle und die Männer, die ihr Herz zum Hüpfen bringen: den wortkargen, aber charmanten Kai, der das heruntergekommene Haus saniert, und den sympathischen Finn, der mit Liebesromanen so gut vertraut ist, dass er fast ein bisschen zu perfekt wirkt – allerdings nur für den Urlaub da ist. Keine typischen Klischees, sondern sehr lebendige Charaktere, bei denen man gerne zuhört (oder liest). Der Schreibstil ist frisch und locker, manchmal fließt ein herrlicher norddeutscher Humor mit ein, der das Ganze wunderbar auflockert. Besonders gefiel mir, wie Bernson kleine Alltagssituationen mit Gefühl und Witz verbindet, ganz ohne Kitsch.
Was mir aber ein bisschen gefehlt hat, ist die eine große Überraschung oder ein richtig intensiver Spannungsbogen – das Buch plätschert eher behaglich dahin, was aber genau dem entspannten Urlaubsfeeling entspricht. Wer also auf dramatische Wendungen hofft, könnte leicht enttäuscht sein. Auch die Figuren bleiben an manchen Stellen etwas oberflächlich, ohne allzu tief zu bohren – aber das stört keineswegs, wenn man die Geschichte als charmante Wohlfühllektüre nimmt.
Kurzum: Dieses Hörbuch passt perfekt zu allen, die Sonne, Meer und eine leichte Liebesgeschichte suchen, die keiner dramatischen Achterbahnfahrt bedarf. Ein netter Hörgenuss für Strand, Sofa oder den Weg zur Arbeit – ohne großen Anspruch, dafür mit viel Herz und nordischem Charme.
4 von 5 Sternen – ein richtig schöner, entspannter Auftakt, der Lust auf mehr Strandkorbwunder macht.