Ashen Throne - Die Dragonbound-Trilogie, Band 2 (Ungekürzte Lesung)
Kritik
Schon beim Einstieg in „Ashen Throne“ fühlte ich mich sofort mitten in einem tobenden Sturm aus Drachenfeuer, düsteren Geheimnissen und brennenden Emotionen. Marie Niehoffs zweiter Band der Dragonbound-Trilogie zieht einen ohne Umwege in eine Welt, in der kein Drache seine Freiheit leichtfertig aufs Spiel setzt – und genau das macht die Geschichte so spannend.
Im Zentrum steht Cassim, der sich zum Verräter wandelt, um sich und seine Artgenossen aus den Klauen eines gnadenlosen Königs zu befreien. Dabei ist seine Reiterin Yessa nicht nur ein Schlüssel zu seiner Freiheit, sondern langsam auch zu seinem Herzen – was die ohnehin schon gefährliche Lage nur noch komplizierter macht. Ihr Zusammenspiel, diese toxische, aber faszinierende Mischung aus Misstrauen, Macht, und zart aufkeimenden Gefühlen, hat mich besonders gefesselt. Die Charaktere sind vielschichtig und lebendig – keine eindimensionalen Helden oder Bösewichte, sondern Menschen mit Ecken und Kanten, die man verstehen, aber nie ganz durchschauen kann.
Der Schreibstil von Niehoff ist dabei lebendig, mitreißend und bleibt dabei jederzeit klar und leicht zugänglich. Die ungekürzte Lesung verleiht der Geschichte außerdem einen zusätzlichen Kick, man spürt die Emotionen der Figuren direkter und die Spannung steigert sich förmlich von Seite zu Seite.
Ein kleiner Wermutstropfen ist manchmal die etwas vertraute Handlung: Verrat, verbotene Liebe und Machtspiele sind zwar spannende Zutaten, aber sie sind nicht neu in der Fantasywelt. Trotzdem gelingt es der Autorin durch ihre frische Erzählweise und starken Figuren, diese Elemente neu aufleben zu lassen, sodass ich gern über kleine Vorhersehbarkeiten hinwegsehe.
Für Fans von Fantasy mit viel Herz, Power und einem Schuss Drama ist „Ashen Throne“ auf jeden Fall ein Must-Read. Wer allerdings eher auf ruhigere, weniger emotionale Geschichten steht, könnte hier weniger abgeholt werden.
Unterm Strich ein starker zweiter Band, der Lust auf das Finale macht – ich vergebe solide 4 von 5 Sternen. Wer das Kribbeln im Bauch und das Kopfkino beim Lesen mag, ist hier goldrichtig.