Wenn dir das hier gefiel …
Das Lächeln der Hexe
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es einfach genau die richtige Mischung aus Spannung, Lokalkolorit und einer Protagonistin, die einem sofort ans Herz wächst – und genau das liefert „Das Lächeln der Hexe“ von Iris Rösner. Man fühlt sich direkt mittendrin in Idstein, diesem charmanten Städtchen mit seiner düsteren Geschichte, die plötzlich lebendig wird, als eine Frauenleiche im Hexenturm gefunden wird. Sofort fragen wir uns: Wie kommt die Tote durch das winzige Loch in den Turm? Und was hat es mit den Gerüchten um Ritualmorde auf sich?
Thea Wagner ist dabei die perfekte Hauptfigur: eine ehemalige Top-Ermittlerin, die eigentlich die Ruhe genießen wollte, nun aber wieder voll in ihrem Element ist. Sie ist clever, bodenständig und hat trotzdem diesen Hauch von gebrochener Stärke, der sie real und nahbar macht. Rösners Schreibstil ist angenehm flüssig, die Kapitel sind kurz genug, um immer wieder einen Happen Spannung zu servieren, ohne jemals langatmig zu werden. Besonders gut gefallen haben mir die feinen Charakterzeichnungen und wie gut die Atmosphäre des kleinen Städtchens eingefangen wird – man sieht die engen Gassen, hört fast das Rascheln der Blätter und spürt die unterschwellige Bedrohung.
Klar, manchmal hätte ich mir gewünscht, dass die Handlung ein bisschen mehr Tempo zieht, gerade zum Ende hin plätschert es ab und zu ein wenig – aber das trübt den Lesespaß nicht wirklich. Und ja, die eine oder andere Nebenfigur hätte ruhig mehr Tiefe vertragen können, aber hey, man kann ja nicht alles haben.
Wer also Lust hat auf einen Krimi, der nicht nur mit Spannung punktet, sondern auch mit einer Prise Mystik und einer sympathischen Ermittlerin, der ist bei „Das Lächeln der Hexe“ genau richtig. Keine große Hexerei, aber fein gemachter Nervenkitzel zum Mitfiebern.
Bewertung: 4 von 5 Sternen – sehr lesenswert für alle, die Krimi mit Herz und einer Prise Geheimnis mögen.