Hello Stranger (Gekürzt)
Kritik
Manchmal trifft ein Buch genau ins Herz, ohne dass man es vorher ahnt – „Hello Stranger (Gekürzt)“ von Katherine Center gehört definitiv dazu. Sadie, eine junge Malerin, die gerade auf dem Weg zum künstlerischen Durchbruch ist, erlebt plötzlich eine Wendung, die ihr Leben komplett auf den Kopf stellt: Eine Gesichtsblindheit lässt sie alle Gesichter wie ein wild zusammengesetztes Puzzle erscheinen. Schon allein diese Vorstellung hat mich sofort gefesselt, weil sie so ungewöhnlich und doch tief menschlich ist.
Sadies Geschichte ist ein anrührender Mix aus Kunst, Familie, Herzschmerz und Humor. Die beiden Männer, die neben ihr in die Handlung treten – der liebenswerte Tierarzt und der charismatische Nachbar auf seiner Vespa – bringen ganz schön Schwung in die ohnehin turbulente Gefühlswelt der Protagonistin. Ich mochte besonders, wie Sadies innere Zerrissenheit und der Balanceakt zwischen Hoffnung und Verzweiflung authentisch dargestellt werden. Ihr Hund Peanut als kleiner Sidekick rundet das Ganze liebevoll ab und sorgt für einige herzerwärmende Momente.
Katherine Centers Schreibstil ist dabei locker und locker-leicht, ohne oberflächlich zu wirken. Die Kürzung des Hörbuchs merkt man kaum, denn die wesentlichen Emotionen und Wendungen bleiben lebendig, was das Zuhören angenehm macht. Ein bisschen mehr Tempo hätte ich manchmal gern gehabt, da sich einige Passagen etwas ziehen, aber das schmälert das Lesevergnügen nur minimal.
Wenn du Geschichten magst, die mit feinen Gefühlen spielen, ohne im Kitsch zu versinken, und dich gern mal in eine außergewöhnliche Protagonistin hineinversetzen möchtest, die mit offenem Herzen versucht, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, dann ist „Hello Stranger“ genau dein Ding. Ein leichtfüßiger Roman mit Tiefgang, der weiß, wie man Liebe auch mal verschwommen, aber nicht weniger echt darstellt.
4 von 5 Sternen – eine charmante, mutige Liebesgeschichte, die nachhallt.