Wenn dir das hier gefiel …
Die Töchter der Villa Weißenfels
Key Facts
Kritik
Manchmal reicht ein harmloser medizinischer Test, um zwei Leben komplett auf den Kopf zu stellen – genau das passiert Valerie in „Die Töchter der Villa Weißenfels“. Als sie entdeckt, dass ihre Großmutter Annemarie und deren „Schwester“ keine biologische Verbindung teilen, beginnt eine Reise voller Geheimnisse und schwerer Entscheidungen, die tief in die Geschichte der 1920er Jahre führt.
Elaine Winter erzählt zwei Geschichten parallel: Im heutigen Münster kämpft Valerie mit der schmerzlichen Wahrheit, zugleich entführt uns das Buch in das glamouröse und zugleich rigide Nürnberg der Zwanzigerjahre. Marleen, Ehefrau eines erfolgreichen Spielzeugfabrikanten, steht unter enormem Druck, einen männlichen Erben zur Welt zu bringen – und diese Last bringt sie zu einer verzweifelten Entscheidung, die Wellen bis in die Gegenwart schlägt.
Was ich besonders mochte, sind die vielschichtigen Charaktere. Valerie ist eine junge Frau, die authentisch und verletzlich wirkt, während Marleens Innenleben die damalige Gesellschaftsschicht und ihre Zwänge mit einem sehr persönlichen Blick zeigt. Der Schreibstil von Winter ist klar und flüssig, ohne sich in unnötigen Ausschweifungen zu verlieren, sodass man regelrecht durch die Seiten fliegt. Es gibt Momente, die einen richtig mitfiebern lassen, und andere, die zum Nachdenken anregen – genau diese Mischung macht das Buch spannend.
Einziger kleiner Wermutstropfen: Manchmal hätten die Zeitsprünge ein bisschen sanfter sein können, da hat mich kurz der Faden verloren. Und einige Konflikte werden vielleicht etwas schneller gelöst, als ich es erwartet hätte. Aber das schmälert den Gesamteindruck kaum.
Wer Lust auf Familiengeheimnisse, historische Atmosphäre und emotionale Entscheidungen hat, findet mit „Die Töchter der Villa Weißenfels“ einen herzerwärmenden Roman, der sowohl zum Nachdenken anregt als auch unterhält. Kabelfernsehen oder Netflix-Serienpause? Nein, heute gibt’s Valerie und Marleen statt weiterer Streaming-Gefahren.
4 von 5 Sternen – ein solid gut erzählter Roman für alle, die gerne tief eintauchen in Familiengeschichten mit Herz und ein bisschen Drama.
Klappentext
Münster, 2018: Bei einem medizinischen Test findet Valerie heraus, dass ihre Großmutter Annemarie und deren vermeintliche Schwester nicht blutsverwandt sind. Der alten Frau zieht es den Boden unter den Füßen weg. Damit ihre geliebte Großmutter die Wahrheit über ihre Herkunft erfährt, macht sich Valerie auf in Annemaries Geburtsort Nürnberg. In der Villa der wohlhabenden Spielzeugunternehmer-Familie Weißenfels findet sie Briefe und Aufzeichnungen aus den 20er Jahren, die sie zutiefst erschüttern. Was sie erfährt, stellt Valerie vor eine schwierige Entscheidung und bedroht ihre junge Liebe zu Alexander - dem Juniorchef von Weißenfels Spielwaren.
Nürnberg, 20er Jahre: Marleen ist unter Druck. Die Ehefrau des erfolgreichen Spielzeugunternehmers Friedrich Weißenfels muss unbedingt einen männlichen Erben für das Familienunternehmen zur Welt bringen. Doch sie fürchtet, erneut mit einem Mädchen schwanger zu sein und deswegen von ihrem Ehemann verlassen zu werden. Deshalb entschließt sie sich zu einem verzweifelten Schritt ...
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