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Autor:
Erschienen:
2021-07-30
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So zärtlich war Suleyken

Kritik

Manchmal reichen gerade mal zwanzig kleine Geschichten, um einem komplett den Tag zu versüßen – und genau das schafft Siegfried Lenz mit „So zärtlich war Suleyken“. Die Erzählungen spielen in den sanften Weiten Masurens, einer Gegend, die gleichermaßen verschlafen wie lebendig wirkt. Inmitten dieser Kulisse entfaltet sich ein ganz eigener Charme, der sofort zum Schmunzeln und Nachdenken einlädt.

Die Handlung? Eigentlich ganz simpel: Menschen, Tiere, Dörfler und Exzentriker bringen mit ihren kleinen Alltags- und Skurrilitäten Leben auf die Seiten. Da gibt es etwa zwei störrische Pferdekutscher, die lieber monatelang auf einem Waldweg feststecken, als nachzugeben – ein herrlich absurder Konflikt, der zeigt, wie Menschen manchmal einfach nicht klein beigeben können. Lenz’ Figuren sind dabei alles andere als hochgestochen; sie sind authentisch, liebenswert und mit einer Prise Witz gewürzt, sodass man sich schnell in die kleine Welt Suleykens eingefunden hat.

Der Stil ist leicht, flüssig und dennoch unglaublich präzise. Lenz schafft es mühelos, mit einfachen Worten Bilder zu malen, die hängenbleiben. Seine Erzählweise fühlt sich an wie ein Gespräch mit einem alten Freund, der dir die besten Anekdoten erzählt und dabei nie den Humor verliert. Besonders gut gefallen hat mir, wie die Geschichten sich zwischen Komik und feiner Melancholie bewegen – das macht das Lesen nie eintönig.

Wenn ich einen kleinen Kritikpunkt nennen soll, dann vielleicht, dass manche Geschichten ein bisschen mehr Tiefe vertragen hätten. Manchmal bleibt es bei einer charmanten Skizze, die Lust auf mehr macht, ohne ganz aus dem Quark zu kommen. Aber ehrlich gesagt: Das passt durchaus zum Gesamtkonzept und stört das Lesevergnügen kaum.

Wer also Lust hat auf eine kurzweilige Reise in ein verschlafenes Dorf, das trotz allem voller Leben steckt, und neben gutem Witz auch eine kleine Portion Herzlichkeit will, ist hier goldrichtig. „So zärtlich war Suleyken“ ist definitiv ein Buch, das man mal schnell zwischen Tür und Angel aufschlägt – und dann mit einem breiten Grinsen wieder zuklappt.

4 von 5 Sternen – ein erfrischendes Kleinod voller Humor und Herz, das man immer wieder gern zur Hand nimmt.

Klappentext

Siegfried Lenz' erste Kurzgeschichtensammlung besticht durch seine typisch erfrischende Erzählweise.Der Schauplatz der zwanzig Erzählungen sind die idyllischen Masuren. In der Geschichte "Duell in kurzem Schafspelz" beispielsweise treffen sich auf einem schmalen Waldweg zwei Pferdeschlitten. Die sturen Fahrer sehen nicht ein, dem jeweils anderen Platz zu machen und so hängen sie monatelang an der gleichen Stelle fest. Diese und weitere absurd komische Erzählungen versprechen Hörspaß der Extraklasse.-

FAQ

Siegfried Lenz' erste Kurzgeschichtensammlung besticht durch seine typisch erfrischende Erzählweise.Der Schauplatz der zwanzig Erzählungen sind die idyllischen Masuren. In der Geschichte "Duell in kurzem Schafspelz" beispielsweise treffen sich auf einem schmalen Waldweg zwei Pferdeschlitten.…

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