Wenn dir das hier gefiel …
Wut und Liebe
Key Facts
Kritik
Manchmal sind es genau diese Geschichten, die einen mitten ins Herz treffen und gleichzeitig ordentlich Kopfzerbrechen bereiten – so ging es mir mit „Wut und Liebe“ von Martin Suter. Noah, ein Künstler, dessen Leben nicht so rundläuft wie erhofft, steht an einem Wendepunkt, der ziemlich realistisch und nahbar wirkt. Die Trennung von Camilla, die sich einfach mehr vom Leben verspricht, ist der Funke, der die ganze Geschichte ins Rollen bringt.
Ohne zu viel zu verraten, nimmt Noah eine riskante Abzweigung, als ihm eine ältere Dame eine zwielichtige Chance bietet. Diese Dynamik zwischen Hoffen, Verlieren und Dranbleiben macht das Buch zu einem kurzweiligen Leseerlebnis. Besonders sympathisch fand ich, wie Suter Noah als komplexen, verletzlichen Charakter zeichnet – nicht der klassische Held, sondern ein Typ, mit dem man sich ab und zu ziemlich gut identifizieren kann.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und trifft genau den Ton, ohne gekünstelt zu wirken – locker, aber nie oberflächlich. Ein paar Passagen hätten für meinen Geschmack etwas mehr Tiefe vertragen können, manche Szenen fühlten sich ein wenig zu vorhersehbar an. Aber hey, gerade das macht das Ganze doch auch irgendwie greifbar und bodenständig.
Wer also Lust auf eine Geschichte hat, die nicht nur von Gefühlen, sondern auch von echten Entscheidungen handelt, kommt hier voll auf seine Kosten. „Wut und Liebe“ ist kein staubtrockenes Drama, sondern ein modernes Portrait zwischen Risiken und Sehnsüchten – genau richtig für alle, die gern mitfiebern, ohne sich zu verlieren.
Vier von fünf Sternen, weil es genau die richtige Mischung aus Spannung und Emotion bietet – und ein kleiner Schubs in die Richtung, mal über den persönlichen Tellerrand zu schauen.