Wundertüte
Key Facts
Kritik
„Wundertüte“ von Susanne Fröhlich verspricht einen lockeren Blick auf die komplexen Wirrungen des Lebens – neue Liebe, erwachsene Kinder, nervige Eltern und kleine Alltagskatastrophen. Klingt eigentlich nach genau der Art von leichtem Lesespaß, der perfekt in einen gemütlichen Nachmittag passt. Doch leider hat mich dieses Buch mehr ratlos als begeistert zurückgelassen.
Die Hauptfigur Andrea steht mitten im Chaos: Sie liebt einen Mann, der nicht nur ihre Gefühle, sondern auch ein ganzes Familienuniversum mitbringt. Die Dynamiken zwischen den Figuren sind durchaus nachvollziehbar und manchmal sogar charmant dargestellt. Susanne Fröhlich schreibt mit viel Witz, aber ich hatte oft das Gefühl, dass der Text sich in endlosen Gedankenschleifen verliert. Statt packender Handlung gibt es zu viele Wiederholungen und ausschweifende Überlegungen, die das Tempo stark ausbremsen und den Lesefluss stören.
Andrea ist sympathisch, aber ihre Vielzahl an Selbstzweifeln und Fragen wird leider nicht wirklich greifbar zu Ende gedacht. Da hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht, statt nur ein oberflächliches Abklopfen von Alltagssituationen. Der Versuch, das Thema Patchwork-Familie und neue Liebe authentisch zu schildern, bleibt somit eher an der Oberfläche. Der Schluss wirkt zudem abrupt und wenig zufriedenstellend – fast so, als hätte die Autorin selbst das Interesse verloren.
Wer sich auf ein locker-flockiges Geschichtenstück mit viel Witz und wenig Drama freut, könnte hier vielleicht ein paar unterhaltsame Seiten finden. Für alle, die allerdings einen roten Faden und wirklich spannende Figurenentwicklung suchen, wird „Wundertüte“ vermutlich eher frustrierend wirken.
Kurz gesagt: Viel Potenzial verschenkt und ein bisschen zu viel „Fülltext“. Für mich nur 1 von 5 Sternen – da hätte ich mehr erwartet.
Klappentext
Der neue Roman von Bestseller-Autorin Susanne Fröhlich
Zu wem hält eine Frau, wenn die eine Freundin die andere mit deren Mann betrügt? Was tut man, wenn die eigenen Kinder plötzlich erwachsen werden und die alten Eltern immer mehr zu Kindern? Wie kann man mit einem Gemüseapostel glücklich werden, wenn man eher Spaghetti-Bolognese-Fan ist? Wie besänftigt man eine 15jährige, die entschieden hat, einen aus tiefstem Herzen zu hassen, weil man jetzt mit ihrem Vater zusammenlebt? Und der ist wirklich toll. Dass es mit einem Mann noch mal so schön sein würde, hätte Andrea Schnidt sich nie träumen lassen.
Aber all die Fragen, denen sie sich jetzt stellen muss, machen das neue Glück nicht gerade unkompliziert. Aus den Turbulenzen kommt Andrea jedenfalls so schnell nicht raus …
Voller Empathie, mit viel Witz und blitzgescheit erzählt Susanne Fröhlich davon, was es heißt, eine neue Liebe zu leben – und das, wenn beide schon eine Familie haben. Einfach ist da gar nichts.