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Autor:
Erschienen:
2026-03-01
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Liebe (Ungekürzte Lesung)

Kritik

Manchmal trifft ein Buch genau dann ins Herz, wenn man gar nicht mehr daran glaubt. So erging es mir mit Thomas Hettches „Liebe (Ungekürzte Lesung)“. Max, ein Okularist mit einem ungewöhnlichen Beruf – er erschafft künstliche Augen, winzige Meisterwerke aus Glas – ist ein Mann, der eigentlich fest im Leben steht, bis diese unbegreifliche Kraft namens Liebe ihn unerwartet überrollt. Und das, obwohl er Anfang sechzig ist und sich längst vom Blitzschlag der Leidenschaft verabschiedet hatte.

Die Geschichte ist zart und doch intensiv, eine späte Liebe, die alles andere überstrahlt, obwohl ernsthafte Hindernisse zwischen Max und Anna stehen. Anna, gebunden in einer Ehe, und Max, der von der Unerreichbarkeit dieser Liebe fast zerdrückt wird – das alles erzählt Hettche mit einer Leichtigkeit, die dennoch tief berührt. Es sind nicht nur die Gefühle selbst, sondern auch die feinen Zwischentöne, die Erinnerungen und Träume, die das Paar verbinden und zugleich auseinanderhalten.

Der Schreibstil ist dabei ein echter Gewinn: reich an sprachlichen Details und so abwechslungsreich wie Max’ präzise Arbeit an seinen Glaskugeln. Man fühlt sich fast schwindelig vor so viel Schönheit und Melancholie, ohne dass es je kitschig wird. Kleine, fast beiläufige Gedanken schleichen sich ein und runden das Ganze wunderbar ab. Einziger kleiner Wermutstropfen: An manchen Stellen zieht sich die Erzählung etwas und fordert die Geduld, die nötigen Stunden komplett in diese Welt einzutauchen.

Für alle, die keine Lust auf schnelle Romanze haben, sondern auf eine langsam entfaltete Geschichte, die von dem wunderbar komplizierten Gefühl der Liebe erzählt – ja, dann ist dieses Buch genau richtig. Hettche zeigt mit viel Einfühlungsvermögen, dass Liebe wirklich keine Zeit kennt und manchmal gerade dann zuschlägt, wenn man sie schon abgeschrieben hat.

Unterm Strich: Ein berührender Roman, der mit feinem Gespür und einer Prise Melancholie davon erzählt, wie verletzlich und stark Liebe im Alter sein kann. Perfekt für Leser, die sich auf Tiefgang und echte Emotionen einlassen wollen.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

Klappentext

"Liebe hat keine Zeit." Thomas Hettche taucht ein in das größte aller Gefühle. Zärtlich und voller Leidenschaft erzählt er von einer späten und umso unbedingteren Liebe. Sein neuer Roman nähert sich ihrem Wesen, ihrem Wunder und ihrem Abgrund. Max stellt künstliche Augen her. Er ist Okularist. In seiner Praxis, über der Flamme des Bunsenbrenners, formt er feine Glaskugeln, versieht sie mit farbigen Äderchen, Iris und Pupille. Max weiß von der stillen Sprache der Blicke. An den Blitzschlag der Liebe aber glaubt er mit Anfang sechzig nicht mehr. Bis er eines Sommerabends Anna begegnet und ihn die Gefühle in ungekannter Wucht überwältigen. Anna geht es genauso, doch sie ist verheiratet, und so bleiben den beiden immer nur Tage, das zu leben, was nicht sein darf. Und immer sind da die Erinnerungen, die Träume, die Schatten. Das stürzt Max in Verzweiflung, denn er weiß, er hat seine große Liebe gefunden. Und er ahnt, dass sie ihn auf eine unheimliche Probe stellen wird.

FAQ

"Liebe hat keine Zeit." Thomas Hettche taucht ein in das größte aller Gefühle. Zärtlich und voller Leidenschaft erzählt er von einer späten und umso unbedingteren Liebe.…

Wenn du Lust auf einen spannenden Page‑Turner hast, ist das ein guter Start.

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