Wenn dir das hier gefiel …
Wie man die Zeit anhält
Key Facts
Kritik
Manchmal stolpert man über ein Buch, das einen ganz leise, aber spürbar mitnimmt – so ging es mir bei Matt Haigs „Wie man die Zeit anhält“. Tom Hazard ist kein gewöhnlicher Mann, sondern ein 400 Jahre alter Zeitreisender, der in jeder Epoche ein neues Leben beginnt, während die Einsamkeit sein ständiger Begleiter bleibt. Als er Camille trifft, scheint sich alles zu verändern, die Geschichte entfaltet sich zwischen zeitlosen Gefühlen und der großen Frage, wie man mit der Last der Vergangenheit leben kann.
Was ich an dem Buch besonders mochte, ist Haigs Fähigkeit, historisches Flair mit einer ganz menschlichen, warmherzigen Geschichte zu verknüpfen. Tom ist ein Charakter, den man sofort ins Herz schließt – nicht nur, weil er so viel erlebt hat, sondern vor allem, weil seine Sehnsucht nach Nähe und Normalität so echt und nachvollziehbar rüberkommt. Der Schreibstil ist dabei angenehm zugänglich, mit einer Mischung aus Tiefgang und Leichtigkeit, die das Lesen zum Genuss macht. Hier und da musste ich wirklich schmunzeln oder wurde von der ein oder anderen Erkenntnis überrascht.
Klar gibt es Momente, in denen man sich noch mehr Details zu Toms jahrhundertelangem Leben wünscht – für alle, die historische Tiefe lieben, hätte das gerne etwas ausgeprägter sein können. Manchmal hätte die Story auch ein bisschen mehr Tempo vertragen, besonders zu Beginn. Aber das kratzt kaum am positiven Gesamteindruck.
Kurz gesagt: Wer Lust auf eine charmante Mischung aus Zeitreise, Romantik und einem Hauch Melancholie hat, ohne sich in komplexen Zeitsprüngen zu verlieren, wird hier definitiv fündig. Ein Buch, das man gerne mal zur Hand nimmt, um ein bisschen über das Leben, die Liebe und die Zeit nachzudenken.
4.5 von 5 Sternen – weil es ruhig noch etwas mehr von Toms Geschichte hätte sein dürfen, aber insgesamt ein echtes Lesehighlight.
Klappentext
Seit kurzem lebt Tom Hazard wieder in London, wo er die faszinierende Camille kennenlernt. Auf Anhieb fühlt er sich zu ihr hingezogen. Doch er trägt ein Geheimnis in sich, von dem niemand etwas wissen darf: Tom sieht aus wie 40, in Wirklichkeit aber ist er schon über 400 Jahre alt. Er hat die Elisabethanische Ära in England, die Expeditionen von Captain Cook in der Südsee, das Paris der 20er-Jahre erlebt und regelmäßig eine neue Identität angenommen. Eins war er dabei über die Jahrhunderte hinweg immer: einsam. Während er Camille nun näherkommt, verändert sich für ihn alles.