Das Camp (Donkerbloem 2)
Kritik
Schon beim Lesen spürt man förmlich die düstere Atmosphäre, die den Campingplatz Donkerbloem wie ein Schatten umgibt – und genau diese Spannung macht „Das Camp (Donkerbloem 2)“ von Linus Geschke so unwiderstehlich. Die Handlung zieht dich sofort in ihren Bann: Ein ehemaliger grausamer Ort soll endlich Ruhe finden, doch gleichzeitig wird die Gewalt durch einen unerbittlichen Killer, der kilometerweit entfernt sein Unwesen treibt, fast greifbar. Kommissarin Frieda Stahnke flieht ausgerechnet dorthin, was die zwischenmenschlichen Konflikte und das Mysterium perfekt anheizt.
Wout Meertens, der neue Besitzer, wirkt wie jemand, der mit seiner Vergangenheit abschließen will, während Tayfun, der Ex-Boxer und Verwalter, vielschichtig und irgendwie verletzlich rüberkommt. Frieda bringt ordentlich Wirbel in die scheinbare Idylle, und genau diese Kombination aus Charakteren macht das Buch lebendig. Geschkes Schreibstil ist dabei sehr präzise, ohne zu verschwurbeln – die Sätze sitzen, Atmosphäre entsteht fast nebenbei. Besonders gefallen hat mir, wie geschickt er Atmosphäre und Action miteinander verbindet und dabei nie die Figuren aus den Augen verliert.
Ein kleiner Kritikpunkt: Manche Wendungen sind zwar spannend, aber hauen einem nicht zwingend um. Da hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle noch mehr Überraschungsmoment gewünscht. Dennoch hält das die Lesefreude kaum auf – der Sog bleibt stark.
Für alle, die gern Thriller mit einem Hauch Mystery und packenden Charakteren mögen, ist „Das Camp“ ein absolutes Muss. Wer auf zu klischeehafte Geschichten oder seichte Spannung steht, sollte allerdings woanders suchen. Ich vergebe solide 4 von 5 Sternen – ein echter Pageturner, der Lust auf den nächsten Band macht.