Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
Kritik
Schon beim ersten Satz packt einen das Gefühl: Endlich wieder ein neues Kapitel aus der chaotisch-genialen Welt von Marc-Uwe Klings Känguru und seinem menschlichen Mitbewohner. Wer die früheren Bücher geliebt hat, weiß, dass hier auf keiner Seite Ruhe einkehrt – und genau darauf freut man sich.
In „Die Känguru-Rebellion“ startet das Känguru den ultimativen Aufstand gegen die absurden Zustände dieser Welt. Dabei geht es nicht nur um Protest, sondern um eine Mischung aus politischem Witz, Gesellschaftskritik und unvergleichlicher komischer Schlagfertigkeit. Das intime Duo aus dem Kleinkünstler und seinem anarchisch-liebenswerten Känguru bringt wieder die Dialoge, die einen teilweise zum laut Auflachen zwingen. Kling hat hier erneut bewiesen, dass er mit feinem Humor und einem scharfen Blick für die Absurditäten des Alltags Politik auf unterhaltsamste Weise verpacken kann.
Die Figuren sind gewohnt unverwechselbar und liebenswert widersprüchlich: Das Känguru als anarchischer Querdenker mit einer großen Portion Frechheit, der Kleinkünstler als Gelassenheitsanker und Erklärmeister. Ihr Zusammenspiel zieht einen sofort in den Bann – als Leser:in fühlt man sich wie Teil dieser kleinen, verrückten Familie. Der Stil ist flüssig, die Wortwechsel sprühen vor Energie, das Ganze wirkt niemals aufgezwungen, sondern wie ein lockeres Gespräch mit besten Freund:innen.
Kritisch anmerken möchte ich nur, dass der Humor mitunter etwas polarisieren kann. Wer flapsige, satirisch zugespitzte Kritik und Gesellschaftssatiren mag, liegt hier goldrichtig. Wenn man aber schwache Nerven hat für politische Pointen oder tiefere Gedanken in Comedy verpackt, sollte man sich vorher überlegen, ob das die richtige Kost ist. Außerdem wäre ein bisschen mehr Überraschung im Plot manchmal schön gewesen – das Gerüst bleibt gut erprobt, fast ein wenig sicher.
Unterm Strich: Ein Wiedersehen mit dem Känguru ist immer eine Freude, „Die Känguru-Rebellion“ bringt beste Unterhaltung und ein wohldosiertes Maß an politischem Zündstoff mit. Für alle, die lachen und dabei trotzdem nachdenken wollen, eine klare Leseempfehlung.
4 von 5 Sternen – weil es witzig, relevant und absolut typisch Kling ist, aber stellenweise ein kleines bisschen mutiger in der Story hätte sein dürfen. Wer die frühere Reihe mochte, nimmt sich dieses Buch sowieso schnurstracks mit.