Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat
Kritik
Manchmal braucht es gar nicht viel, um den Alltag ordentlich durcheinanderzuwirbeln – in diesem Fall reicht eine neugierige Oma, die aus Versehen das gesamte Internet lahmlegt. Marc-Uwe Kling schafft es mal wieder, mit Charme und Witz eine Geschichte zu erzählen, die nicht nur Kinderherzen höher schlagen lässt, sondern auch Erwachsene zum Schmunzeln bringt.
Im Mittelpunkt stehen Max und Luisa, die plötzlich ohne Internet klarkommen müssen – und ja, das ist erst einmal ein ziemlicher Schock! Kein Handy, keine Musik, kein Fernsehen. Plötzlich sind die Eltern früher zu Hause, Opa kann nicht mehr seine Lieblingssendung schauen, und alle scheinen völlig orientierungslos. Die Handlung bleibt dabei charmant leicht, ohne je belehrend zu wirken. Kling verzichtet auf Klamauk und setzt stattdessen auf warmherzige, alltagsnahe Situationskomik, die fantastisch illustriert von Tiffany in Szene gesetzt wird.
Was ich besonders liebenswert fand, sind die Figuren: Max ist zwar genervt, aber auch neugierig genug, sich auf das Abenteuer „Internet-frei“ einzulassen, und Oma macht genau das, was man von ihr erwartet – sie zaubert Chaos und Herzlichkeit gleichzeitig herbei. Kling hat wieder diesen einmaligen Tonfall, dieser leicht ironische, aber nie abgehobene Humor, der die Geschichte lebendig macht und die Lesestimme des Autors in der Hörbuchversion gibt dem Ganzen noch ein richtiges Extra an Charme.
Klar, für jene, die mit dem Thema „Wegfall des Internets“ nicht so viel anfangen können oder lieber Action statt Alltagshumor mögen, kann das Buch etwas gemächlich wirken. Auch wird der Plot nicht zu komplex, was aber ja genau das Richtige für die junge Zielgruppe ist.
Fazit: Wer Lust auf eine warmherzige, lustige Geschichte hat, die zeigt, dass das Leben auch ohne WLAN ziemlich wunderbar sein kann, findet hier genau das richtige Buch. Ein kurzweiliger Spaß für Kinder und Familien mit einem Augenzwinkern in der Erzählung – das passt gut in jede Büchersammlung und zu jeder Vorlesestunde.
★★★★☆ – Charmant, witzig und zum Herzöffnen, auch ganz ohne Internet.