Bridgerton - Der Duke und ich (ungekürzt)
Kritik
Manchmal liegt das perfekte Buch darin, einfach dem Charme einer unkonventionellen Liebe nachzuspüren – und genau das gelingt „Bridgerton – Der Duke und ich“ auf wunderbar leichte Weise. Julia Quinn entführt uns direkt in die glamouröse, aber auch gesellschaftlich strenge Welt der Regency-Ära, in der Daphne Bridgerton dringend einen passenden Ehemann finden soll, um nicht den berüchtigten Ruf eines Mauerblümchens zu riskieren. Da kommt Simon Basset, der eigensinnige Duke, gerade recht: Ein arrangiertes Bündnis soll beiden den nötigen Freiraum verschaffen, doch zwischen Fake-Dates und gesellschaftlichen Intrigen entwickelt sich mehr, als beide erwartet haben.
Daphne ist eine sympathische Protagonistin, deren Wärme und Trotz sie vom üblichen Klischee der Regency-Heldinnen wohltuend abheben. Simon hingegen – tiefgründig, verletzlich und mit einer gehörigen Portion Sturheit – ist der perfekte Gegenpart, sodass die funkelnden Dialoge und dieser unterschwellige Kampf zwischen Herz und Vernunft extrem unterhaltsam bleiben. Der Schreibstil von Julia Quinn trägt dazu bei, dass man durch die Seiten fliegt: leicht, spritzig, spirituell, dabei aber nie oberflächlich. Die Übersetzung und das Hörbuch von Dana Golombek von Senden sorgen zusätzlich für ein wunderbar lebendiges Erlebnis.
Klar, das Rad wird nicht neu erfunden, und das Spiel mit den gesellschaftlichen Konventionen folgt bekannten Mustern – aber genau diese Vertrautheit ist mit ein Grund, warum die Geschichte wie eine gemütliche Umarmung wirkt. Ein kleines Manko ist vielleicht, dass manche Passagen etwas vorhersehbar bleiben und sich manche Nebenfiguren noch mehr hätten entfalten können – doch das schmälert den Gesamteindruck kaum.
Wer Lust auf eine bittersüße, romantische Geschichte mit viel Herz, Witz und einem Hauch von Drama hat, ist bei diesem Buch goldrichtig. „Bridgerton – Der Duke und ich“ ist genau das richtige für alle, die sich gerne in eine andere Zeit träumen und dabei nicht auf eine mitreißende Liebesgeschichte verzichten wollen.
4 von 5 Sternen – weil man sich einfach gerne von Daphne und Simon verführen lässt und für einen Moment die Sorgen der Gegenwart vergisst.